Verkitten kleinerer Linsen

Verkitten kleinerer Linsen

 

Manchmal lösen sich bei älteren Optiken die Kittflächen. So erhielt ich einen Feldstecher 12x60 von Meopta, bei dem sich die Kittfläche bei einer Augenlinse gelöst hatte. Da die Linse zwar trüb war, aber die Einzellinsen vom Kitt noch zusammengehalten wurden, wurde die Linse in Alkohol gelegt (es wurde billiger Ispropylalkohol verwendet). Dadurch lösten sich die Linsen (es kann einige Stunden dauern, bis alle Kittreste gelöst sind). Falls sich der Kitt nicht durch Alkohol lösen lässt, müsste sich dieser mit Xylol lösen lassen.

Zum Verkitten von kleinen Linsen eignet sich Kanadabalsam. In der Optik wurde dieser Kitt als Warmkitt verwendet. Im Mikroskopiebedarf erhält man in Xylol gelösten Kanadabalsam. Dieser wurde in der Mikroskopie als Einschlussmittel verwendet. Der gelöste Kanadabalsam eignet sich zum Verkitten sehr gut.

Dazu wird zunächst auf die konkave Linse ein Tropfen der Lösung aufgebracht (Bild 1).

 

 

Bild 1

 

Zum Verkitten wird zunächst die zweite Linse mit der Kante in den Tropfen getaucht (Bild 2) und der Tropfen bis zum Rand der unteren Linse gezogen.

 

  

Bild 2

 

Danach wird die obere Linse über die untere Linse geschoben. Dadurch wird weitgehend vermieden, dass sich Luftblasen bilden. Sollten dennoch einige Blasen entstehen, muss man versuchen diese herauszudrücken, indem man die Linsen zusammendrückt und etwas gegeneinander bewegt. Sollte dies nicht zum Erfolg führen, dann muss man die Prozedur wiederholen.

Die so zusammengefügten Linsen lassen sich noch leicht verschieben und müssen bis zum Trocknen fixiert werden. Da die untere Linse konkav-konvex war, lies sich dies erledigen, indem die Linsen einfach auf eine Aluplatte gelegt wurden. Die Aluplatte wurde dazu zunächst mit einer Wasserwaage möglichst genau eben gestellt. Es wurde darauf geachtet, dass sich auf der Stelle, auf die Linsen gelegt wurden, keine Verschmutzungen oder andere Unebenheiten befinden. Dies ist erforderlich, damit sich die Linsen beim Trocknen möglichst genau übereinander befinden. Falls die Linsen etwas verschoben aufeinander gekittet werden, kann das zu Abbildungsfehlern führen.

Falls das Verkitten misslingt, können die Linsen wieder durch Ispropylalkohol gelöst werden und man kann es erneut versuchen. Im vorliegenden Fall klappte die Verkittung sehr gut – das Bild in der Feldstecherseite mit der neu verkitteten Linse ist nicht vom Bild der anderen Seite, bei der alle Kittflächen noch original sind, unterscheiden.

Zu bemerken ist noch, dass das beschriebene Verfahren nur bei Linsen mit kleineren Durchmessern sicher funktionieren dürfte. Ohne entsprechende Erfahrungen ist es sicher schwierig größere Linsen einwandfrei zu verkitten.